Südlicher Chiemgau

k-1Chiemsee-Blick von HIttenkirchen KLEinst war die südliche Chiemgauregion vom Handel mit dem Salz – dem weißen Gold des Mittelalters – geprägt. Das Salzbergwerk Bad Reichenhall sorgte für Wohlstand in der gesamten Region. Abgebaut wurde das Salz, indem man die Bergwerke flutete. Das so ausgelöste Salz floss als Sole in Holzrohren – eine frühe Form der Pipelines – in die Salinen, wo sie in Behältnissen gesammelt und erhitzt wurde. Das Wasser verdampfte, zurück blieb das kostbare Gut Salz. Um Holz für das Anfeuern zu erhalten, wurden ganze Wälder abgeholzt. Stand kein Brennmaterial mehr zur Verfügung, leitete man die Sole schlichtweg weiter, verlagerte die Saline zunächst nach Traunstein, als auch dort der Holzvorrat nachließ über Siegsdorf und Grassau bis nach Rosenheim. Auf den Wegen musste die Sole etlichen Höhenmeter überwinden, was nur mit Hilfe von Pumpen und Wasserrädern möglich war. Auf dem Weg von Bad Reichenhall nach Inzell waren beispielsweise bei Weißbach 250 Höhenmeter zu bezwingen. Die Soleleitungen von Bad Reichenhall standen bis Ende der 50er Jahre im Betrieb. Teilweise sind sie noch zu sehen. Das Museum Salz und Moor im Klauslhäusl zwischen Grassau und Rottau im Chiemgau gelegen, zeigt die einzige noch vollständig erhaltene und in ihrer Inneneinrichtung weitgehend wiederhergestellte Pumpstation, die von 1810 bis 1958 aktiv war.